Der Frosch, Google und doch (k)ein Prinz?

Dezember 1st, 2008


Es war einmal ein kleines Mädchen dass surfte gerne im Internet. Doch da sie nicht wusste wie sie mit all diesen Informationen klar kommen sollte schlief sie vor Erschöpfung vor dem Computer ein. In ihrem Traum kam ein Prinz der ihr anbot, ihr alle Informationen zu geben die sie braucht – sie müsse ihn nur auf ihrem Schreibtisch sitzen lassen. Das kleine Mädchen war begeistert und viel dem Prinz um den Hals und stimmte zu. So saßen die beiden fortan an ihrem Schreibtisch und der Prinz zeigte dem kleinen Mädchen alle Informationen die sie haben wollten. So gingen einige Wochen ins Land als der Prinz dem Mädchen vorschlug auch die Post zu sortieren und sie vor lästigem Spam zu bewahren. Auch darüber war Sie sehr erfreut….

So oder ähnlich könnte ein Märchen beginnen dass die Geschichte von Google beschreibt. Die Geschichte geht weiter.

Der Prinz machte immer mehr für das kleine Mädchen. Aber eines Tages wurde das Mädchen misstrauisch. „Warum macht er dass alles für mich? Da muss doch etwas faul sein?“ Fragte Sie sich. „Er hat bestimmt einen Hintergedanken!?“

Und so geht die Liebe der beiden in die Brüche – aber warum?

Es ist ein ganz interessanter Artikel, den mir ein Bekannter da geschickt hat. Nicht wirklich was neues, aber doch eine schöne Zusammenfassung. Auch nicht die erste Kritik am Suchmaschinen Riese Google. Alles beherrschend, gefräßige Krake, nach der Weltmacht strebend. So wird Google von seinen Kritikern beschrieben.

Die dort geäußerte Kritik ruft eine kontroverse Diskussion hervor – und das ist mit Sicherheit nicht schlecht. Wir sollten die Dinge nicht unüberlegt hinnehmen. Und gerade einem Unternehmen wie Google dem die Konkurrenz auszugehen scheint, droht die Gefahr dass es an seiner eigenen Macht erstickt. Wer gibt Google Impulse? Wer sorgt dafür dass der Riese selbstkritisch bleibt? Kann überhaupt noch jemand gegen Google antreten?

Aber warum zeigen eigentlich alle plötzlich mit dem Finger auf Google? Mir kommt es so vor als würde die Welt aus einem Dornröschenschlaf erwachen – nur dass das Märchen ein Traum war und der Prinz nach dem Erwachen eben doch nur ein Frosch ist. Igitt wie konnten wir uns nur in einen Frosch verlieben und ihn sogar küssen? Nun – der Frosch hat uns erfolgreich gemacht – er hat uns gegeben was wir verlangt haben und sogar noch mehr. Er gibt uns die Informationen die wir suchen – die Antwort auf unsere Fragen, er hilft uns bei unseren Hausarbeiten, sagt und wann der Bus fährt oder wo der neueste MP3Player noch einen Euro günstiger ist als beim Discounter um die Ecke. Die ganze Welt in der Hosentasche – was für ein Märchen. Aber der Frosch wollte dafür einen Gefallen haben dem wir im Rausch der Begeisterung auch bereitwillig zugestimmt haben.

Die kostenlosen Services die beim anderen Geld kosten – freier Speicher – bloggen bis der Arzt kommt. Unser Webshop der jeder Beschreibung spottet wurde durch Google über Nacht zur Erfolgsgeschichte. Inzwischen finanziert die Google mit Werbung eine ganze Branche und das ist erst der Anfang.

Schaut man sich dass alles an werde ich extrem wütend über diese derartige naive Welt und populistische Meinungsmache. Warum werden nicht mal zur Abwechslung die User an den Pranger gestellt? Die haben Google zu dem gemacht was es heute ist. Die User sind es die ohne Nachdenken einen „1GB und mehr freien Emailacount“ benutzen ohne nur eine Sekunde zu überlegen warum es nichts kostet.

Wer nimmt muss auch geben – die Leute wollen alles haben aber nichts bezahlen. Diese ganzen „Bedenken“ sind doch schon lange bekannt, hätte mal jemand das Kleingedruckte gelesen. Schön dass es die Journalisten jetzt auch verstanden haben. Die halten Ihre Nase doch auch nur in den Wind und schreiben was die Leute lesen wollen. Damit macht man eben Auflage.

Deswegen habe ich keinen Googledesktop und benutze GoogleMail nicht. Ich benutze aber auch kein GMX, kein Webmail, Hotmail und habe auch meine Bedenken mit Skype. Ich poste meine Urlaubsphotos nicht in flickr, erzähle meine neuesten Geschichten nicht auf myspace oder veröffentliche mein Privatleben in sonst einer Weise. Aber viele haben eben noch nicht verstanden dass das Internet nicht an der Telefondose aufhört sondern dort erst anfängt.


Immer wieder das selbe Schema – und wenn man dann sagt dass die Infrastruktur Geld kostet und deswegen diese Dienste nicht umsonst sein können – also Werbung etc. – dann wird einem entgegen geworfen das Unternehmen wie die Telekom sich ja Jahrzehnte lang eine golden Nase verdient hätten – usw usw usw. Aha – deswegen mutieren sie jetzt zu Samaritern? Ich kann es nicht mehr hören.

Wo bleibt der gesunde Menschenverstand? Der scheint wohl beim googeln auf der Strecke geblieben zu sein. Produkte und Dienstleistungen die nichts kosten? Wie soll das gehen? In meinen Augen versucht Google lediglich einen guten Job zu machen. Und den machen sie im Moment besser als jeder andere.

Ist die Welt wirklich so naiv zu glauben dass nicht permanent irgendwer versucht uns zu durchleuchten um anschließend Geld an uns zu verdienen? Dafür gibt es seit je her Marketingpanels, Payback-Karten, Kundenkarten oder wenn ich mit meiner EC Karte bezahle wird die Information ja auch registriert. Meine Bank erstellt anhand meiner Einnahmen und Ausgaben ein Profil um herauszufinden ob ich Kreditwürdig bin oder nicht. Tut sie es jedoch nicht und es geht schief – dann ist das Geheul groß. Wie konnten die dem nur vertrauen? Klar den anderen kann man ja nicht vertrauen – aber mir müssen ja alle vertrauen – ich bin doch ehrlich – ich meine es doch nur gut. Ein Sprichwort sagt „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“.

Ich verstehe den Aufruhr nicht. Ich bekomme ständig Angebot qualifizierte Adressen deutscher Unternehmen zu kaufen. Schober, Hoppenstedt und ähnliche Unternehmen haben damit schon Geschäfte gemacht als Larry Page und Sergey Brin noch im Sandkasten gespielt haben. Nur war es nicht so spürbar – und zur Belohnung durfte man sich etwas schönes aussuchen, dafür dass man bereitwillig PayBack Punkte gesammelt hat und damit den Unternehmen Auskunf über sein Kaufverhalten gegeben hat – oder was dachten Sie für was das gut ist?


Comments are closed.